Eine merkwürdige Debatte ...

... führen unsere Politiker seit des Luftangriffs auf die gestohlenen Tankzüge bei Kundus. Plötzlich gibt es das differenzierte Töten, bei dem zwischen legitimen Kollateralschäden und  gezielten Angriffen auf terroristische Taliban, wobei scheinbar letzeres verwerflicher zu sein scheint.

Sicherlich ist der Tod von Zivilisten zu bedauern und zu betrauern, obwohl man sich die Frage stellen darf, ob das agfhanische Volk nichts von den kriegsartigen Zuständen weiß und völlig unbedarft zu nachtschlafender Zeit gekaperte Tanklastzüge "besichtigt".

Letztlich ist alles ein Armutszeugnis für die Politik. Waren es nicht auch SPD Politiker, die den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan billigten? Hat die Politik nicht auch die Verpflichtung sich vor die Soldaten zu stellen? Keiner hat diesen Abenteuerurlaub ohne politisches Mandat angetreten. Das übliche Spiel von Bauernopfern wirkt auf mich ermüdend, nein erbärmlich.

Fakten sind für mich die gestohlenen Tanklastzüge, und deren Zerstörung, bevor Schlimmeres passiert. Ob angemessen oder nicht angemessen können nur die entscheiden, die vor Ort ihren Kopf riskieren und nicht die wohlgenährten Disskutanten der verschiedenen politischen Parteien.

Ich weiß noch weniger, als diese Herrschaften. Ich habe keinen Bericht gelesen. Ich beurteile nur die Fakten. Wer als Staat Soldaten in Krisenregionen schickt, der muss damit rechnen, dass dieser Einsatz Menschenleben kostet. Mal von der einen, mal von der anderen Seite. Die Verantwortung für Tote lässt sich nicht beliebig verschieben oder wegargumentieren. Diese Verantwortung hat der Staat als Gesamtheit zu tragen. Rot-Grün hat begonnen, Bundeswehreinsätze im Ausland zu billigen, Schwarz-Rot hat es fortgeführt, Schwarz-Gelb ist mittendrin. Wer möchte da wem an den Karren fahren?

Liebe Politiker, denkt an jene, die in Afghanistan und anderswo täglich ihr Leben riskieren, denkt an die Trauerreden, an den Särgen deutscher Soldaten, bevor ihr die Befehlskompetenz in Frage stellt. Sprecht nicht nur anerkennend für die Toten sondern denkt an die Lebenden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte bin ich froh, ehemaliger Soldat zu sein! Ansonsten wäre es für mich unerträglich!

Ich wünsche unseren Soldaten in Afghanistan, dass sie das Weihnachtsfest überleben, dass sie sich ohne Politkerschelte ihrer Haut wehren dürfen, wenn die Lage es erfordert.



Dezember 2009
Jörgen Dalhoff

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